Firmengründung: Kosten und Fördermittel im Überblick

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Bei der Firmengründung gibt es so viel zu beachten! Viele Gründer vergessen allerdings die Finanzierung ihres Vorhabens. Hier die wichtigsten Tipps zur Wahl der passenden Rechtsform und zu Förderungen.

Firmengründung geplant angehen: Tipps zu Rechtsform und Vorbereitung

Mit der richtigen Vorbereitung fängt alles an. Dazu gehört nicht nur, eine einmalige Idee für die Firmengründung zu haben, sondern auch, sich rechtlich und finanziell abzusichern. Der tatsächliche Geldbedarf wird spätestens bei der Erstellung von Businessplan und Förderantrag deutlich. Aber welche Rechtsform ist ideal und wie steht es um die Haftung?

Die passende Rechtsform bei der Firmengründung wählen

Die meisten Gründer legen den Fokus auf die Suche nach günstigen Darlehen im Netz mithilfe eines Kreditvergleichs. Aber wer vergleicht die verschiedenen Rechtsformen und entscheidet sich nicht einfach nur für die gängigste Variante? Eine GmbH ist nicht in jedem Fall eine gute Wahl, denn immerhin müssen hier 25.000 Euro Stammkapital (von jedem Gründer und Anteilseigner) mitgebracht werden.

Besser ist dann vielleicht die UG, die erst einmal ohne Stammkapital zu gründen ist, ansonsten aber rechtlich der GmbH gleichgestellt ist. Bei der UG muss das Stammkapital aus den Gewinnen angespart werden, sodass die Umwandlung von der UG in die GmbH nach Erreichen der 25.000 Euro-Grenze möglich ist.

Für Kaufleute kommt auch die OHG als Gründungsvariante infrage, hier ist die Haftung allerdings deutlich umfassender. Jeder Unternehmer haftet hier persönlich für die Verbindlichkeiten der OHG, dazu muss er oder sie zum Zeitpunkt der Haftungsfrage noch nicht einmal mehr selbst an dem Unternehmen beteiligt sein. Auch die GbR sieht eine persönliche Haftung vor, sodass der Unternehmer hier mit seinem Geschäfts- und Privatvermögen haftet.

Eine Firma zu gründen ist eine Entscheidung die meist nicht nur den Gründer betreffen ( Foto: Shutterstock- dotshock  )

Eine Firma zu gründen ist eine Entscheidung die meist nicht nur den Gründer betreffen ( Foto: Shutterstock- dotshock )

Vorbereitungen zur Gründung von Unternehmen

Bei der Firmengründung gilt es freilich nicht nur, die Frage der passenden Rechtsform zu klären. Es muss zudem geklärt werden, ob der Gründer sein Vorhaben haupt- oder nebenberuflich umsetzen möchte, ob die Gründung allein oder mit Mitunternehmer durchgeführt wird und ob der Markt überhaupt für die scheinbar perfekte Idee bereit ist.

Auch weitere Punkte müssen im Rahmen der Vorbereitung einer Firmengründung berücksichtigt werden:

  • Standort

    Der Standort des Unternehmens muss nicht zwingend der Wohnort des Gründers sein. Er sollte vielmehr dort sein, wo der Markt die entsprechende Zielgruppe bereithält. Einfacher ist es freilich mit reinen Internetangeboten, die von überall getätigt werden können.

  • Businessplan

    Jedes Unternehmen braucht einen Businessplan. In ihm werden die Unternehmensziele und -inhalte, die geplante Finanzierung und die für das Unternehmen angedachte Entwicklung dargestellt. Die meisten Banken vergeben auch keine Kredite ohne Vorliegen des Businessplans.

  • Team

    Wer sein Unternehmen allein gründet, muss sich über diesen Punkt keine Gedanken machen. Alle anderen sollten sich überlegen, wie das perfekte Team aussieht bzw. welche Kompetenzen zur erfolgreichen Umsetzung der Geschäftsidee benötigt werden.

  • Formalien

    Die Anmeldung beim Finanzamt, beim Gewerbeamt, als Arbeitgeber bei der Agentur für Arbeit, eventuelle Förderanträge usw. müssen erledigt werden. Hierfür sind bestimmte Fristen vorgesehen, die unbedingt eingehalten werden müssen. Bei der Handwerkskammer gibt es sogenannte One-Stop-Shops, bei denen alle Formalien auf einmal erledigt werden können.

  • Versicherungen

    Auch wenn diese gern vergessen werden, sind Versicherungen doch sehr wichtig. Zum einen muss sich der Gründer selbst absichern und die Kranken-, Renten- und Pflegeversicherung bedenken. Zum anderen müssen betriebliche Versicherungen abgeschlossen werden. Allen voran ist hier die Betriebshaftpflichtversicherung zu nennen, auch eine Rechtsschutzversicherung kann sinnvoll sein. Zudem ist die Meldung bei der zuständigen Unfallkasse wichtig.

  • Marketing

    Schon von Anfang an braucht das junge Unternehmen eine Internetpräsenz und sollte sich durch Werbung und Marketing gegenüber der Zielgruppe präsentieren. Nur die wenigsten Geschäftsideen können rein durch Empfehlungen und Hörensagen erfolgreich werden!

Vorher sich ausreichend zu besprechen, sich informieren schafft Klarheit ( Foto: Shutterstock-stockfour_)

Vorher sich ausreichend zu besprechen, sich informieren schafft Klarheit ( Foto: Shutterstock-stockfour_)

Finanzierung und Förderungen für die Firmengründung

Die teils hohen Kosten für Gründer werden zwar gern außer Acht gelassen, drohen aber, so manches Vorhaben zur Firmengründung zum Scheitern zu bringen.

Es ist daher wichtig, sich nicht nur mit dem Geschäftskonto und für eine Bank, die dieses Konto anbietet, zu entscheiden. Es muss auch klar sein, wie das Geschäftskonto überhaupt gefüllt werden kann und welcher Betrag sich darauf befinden muss, um die Kosten für einen Kredit und zur weiteren Finanzierung zu decken.

Kosten für Unternehmen verschiedener Rechtsformen

Am günstigsten ist die Gründung einer GbR oder eines Einzelunternehmens, denn damit stehen keine unmittelbaren Kosten an. Wichtig ist hierbei jedoch die oben bereits beschriebene Frage der Haftung.

Wird eine GmbH gegründet, braucht jedes Gründungsmitglied 25.000 Euro, welche als Stammkapital hinterlegt werden müssen. Außerdem fallen Notarkosten an, denn der Eintrag ins Handelsregister muss erfolgen. Außerdem müssen der Gesellschaftsvertrag und die Eröffnungsbilanz notariell beurkundet werden.

Die Gesamtkosten belaufen sich dafür auf 600 bis 1000 Euro. Auch bei der UG fallen ähnliche Kosten an, lediglich das Stammkapital muss nicht aufgebracht werden. Wird für den Gesellschaftsvertrag ein fertiges Musterformular verwendet, können die Kosten sogar deutlich niedriger ein und sogar bei unter 500 Euro liegen.

Wer mit dem Gedanken spielt, eine AG zu gründen, muss deutlich mehr Geld aufbringen. Bis zu 50.000 Euro sind hier notwendig, schon allein die Notarkosten machen bis zu 2.500 Euro aus.

Mit der richtigen Vorbereitung fängt alles an. Dazu gehört nicht nur, eine einmalige Idee für die Firmengründung zu haben, sondern auch, sich rechtlich und finanziell abzusichern. (Foto: Shutterstock-_Onchira Wongsiri )

Mit der richtigen Vorbereitung fängt alles an. Dazu gehört nicht nur, eine einmalige Idee für die Firmengründung zu haben, sondern auch, sich rechtlich und finanziell abzusichern. (Foto: Shutterstock-_Onchira Wongsiri )

Zusätzliche Kosten bei der Firmengründung (Video)

Bei fast jeder Gründung fallen weitere Kosten an, die bei der Finanzierung des Vorhabens eingeplant werden müssen. Sie sind meist zu gering, um im Businessplan aufgeführt zu werden, können sich aber dennoch summieren. Zu nennen ist hierbei zum Beispiel die Anmeldung beim Gewerbeamt, wobei die Preise regional verschieden sind. Zwischen 15 und 65 Euro werden hier fällig.

Lediglich Freiberufler können diesen Aspekt vergessen, sie müssen sich nur beim Finanzamt anmelden. Der Eintrag im Handelsregister ist mit einem jährlichen Beitrag verbunden, außerdem sind die Versicherungen kostenmäßig zu bedenken. Auch dafür können jährlich mehrere Hundert Euro eingeplant werden. Zusätzlich sind scheinbar banale Punkte zu bedenken: Selbst das Geschäftskonto kostet Geld, wenn zum Beispiel Kontoführungsgebühren gezahlt werden müssen.

Video: Fördermöglichkeiten für Existenzgründer – Chancen nutzen und Geld sparen

Erleichterung bei der Finanzierung: Firmengründung mit Fördermitteln

Sieht das Geschäftskonto schon zu Beginn mau aus, ist guter Rat teuer. Allerdings gibt es einige Fördermittel für die Firmengründung, die nicht nur aus einem zinsgünstigen Kredit bestehen, sondern aus nicht rückzahlungspflichtigen Zuschüssen. Werden solche Fördermittel eingeplant, sollte auf diese bereits im Businessplan Bezug genommen werden.

Zu den wichtigsten Förderungen für Gründer gehören die folgenden:

  • KfW Gründerkredit

    Gewährt werden bis 125.000 Euro Kredit, tilgungsfreie Zeiten und Zinsbindung sind möglich. Das „Startgeld“ bietet besonders niedrige Zinsen.

  • Gründungszuschuss

    Für die Gründung aus der Arbeitslosigkeit heraus geeignet. Gründer bekommen eine monatliche Zahlung über einen festen Zeitraum zur Deckung der Lebenshaltungskosten in der Gründungsphase.

  • Zuschuss für die Gründungsberatung

    Der Staat zahlt Zuschüsse für die Gründungsberatung, in deren Rahmen zum Beispiel der Businessplan erstellt und Fördermittel beantragt werden können.

  • Zuschüsse für Hochschulabsolventen

    Diese Fördermittel (zum Beispiel das EXIST Gründerstipendium) werden für wissenschaftliche Gründungen gewährt. Sie sind nicht als Kredit zu verstehen, sondern als nicht rückzahlungspflichtiger Zuschuss (für Studenten, wissenschaftliche Mitarbeiter von Hochschulen sowie Hochschulabsolventen).

  • Mikrokredit

    Dieser Kredit wird von den Förderbanken der Länder gewährt und soll die Existenzgründung unterstützen. Die Konditionen sind dabei besonders günstig. Der Kredit ist rückzahlungspflichtig, meist werden tilgungsfreie Zeiten vereinbart.

  • Beteiligungskapital

    Eventuell findet sich ein Investor, der die gute Idee zur Firmengründung unterstützt? Dann gibt es Geld gegen einen gewissen Anteil an der Firma. Nicht jeder Investor wird gleich Miteigentümer, teilweise wird auch nur eine (einmalige) Gewinnbeteiligung vereinbart.

  • Private Geldgeber

    Sollte die reiche Tante oder der finanzstarke Bruder die Geschäftsidee unterstützen, kann häufig ein zinsloser Kredit gewährt werden. Allerdings sollten auch im privaten Bereich Verträge geschlossen werden, damit es später nicht zu Streitigkeiten kommt.

Über den Autor

Rebecca Liebig

Rebecca Liebig ist gerade im achten Monat schwanger. Voller Vorfreude auf ihr Baby genießen sie und ihr Mann die spannende Zeit. Von der ersten Übelkeit bis hin zu den Bewegungen ihres Mädchens halten sie alles fest. Schließlich möchte man sich später ja auch an diese Zeit erinnern. Bei der Planung des Kinderzimmers gehen die Vorstellungen zwar auseinander. In einem sind sich Rebecca und ihr Mann jedoch einig: Die aufregende Zeit wollen sie so richtig genießen. Rebecca plant, drei Jahre mit ihrer Tochter zu Hause zu bleiben. Auch ihr Mann möchte zwei Monate Elternzeit nehmen.

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