Eigene Firma gründen: Mit diesen Tipps wird es ein Erfolg

Eine eigene Firma zu gründen ist der Traum vieler Menschen in Deutschland. Tatsächlich gehen immer mehr den Schritt in die teilweise oder vollständige Selbstständigkeit. Doch bis es soweit ist, sind einige Hürden zu nehmen. Wie geht man die Firmengründung richtig an?

Die eigene Firma mit durchdachtem Plan gründen

Bevor man irgendetwas konkret in die Wege leitet, sollte eine umfassende Planung der Firmengründung durchgeführt werden.

Dazu gehört unter anderem die Klärung folgender Fragen:

  • Welche Rechtsform soll das Unternehmen haben?
  • Welche behördlichen oder sonstigen Genehmigungen müssen eingeholt werden?
  • Wie sieht die Finanzierung des Vorhabens aus?
  • Welche Versicherungen sind sinnvoll oder ggf. vorgeschrieben?
  • Soll die Firma haupt- oder nebenberuflich betrieben werden?
  • Welche steuerrechtlichen Vorschriften und Fristen gelten?
  • Was passiert mit der eigenen Krankenversicherung?

Schon anhand dieser ausgewählten Fragen wird deutlich, dass eine sorgfältige Planungsphase eingehalten werden muss. In dieser müssen alle wichtigen Weichen gestellt werden. Der Gründungsmonitor der KfW (Kreditanstalt für Wiederaufbau), in dem viele Daten zum Thema gesammelt werden, geht von einer durchschnittlichen Planungs- und Vorbereitungszeit von sieben Monaten aus, um eine eigene Firma gründen zu können. Das beginnt mit der ersten Idee und endet mit dem tatsächlichen Start des Unternehmens am Markt. Da dies nur ein Durchschnittswert ist, überrascht es nicht, dass rund die Hälfte der Gründer mit weniger Zeit auskommt und nur etwa drei Monate für die Planungsphase benötigt.

Auf der anderen Seite gibt es Firmengründer, die wesentlich länger (zum Teil über Jahre hinweg) mit dem Gedanken spielen. In der intensiven Planungsphase werden die konkreten Vorbereitungen getroffen. Dazu zählt neben den Behördengängen die Erstellung von Businessplan und Finanzplan sowie die genaue Ausarbeitung und Optimierung der Grundidee. Wichtig für den Erfolg ist es, sich die notwendige Zeit bei der Planung zu lassen und ein solides Geschäftsmodell auf die Beine zu stellen.

Mit am wichtigsten ist der Businessplan, den man frühzeitig erstellen sollte. Er dient nicht nur der eigenen Orientierung, sondern hilft bei der Argumentation und Überzeugungsarbeit gegenüber Investoren oder Banken. Für einen systematisch gegliederten Businessplan empfiehlt sich die Verwendung von Vorlagen aus dem Internet. Die alleinige Vorlage eines Businessplans ist für die meisten Finanzierungsvorhaben aber nicht ausreichend, weswegen er stets durch einen sorgfältig durchdachten Finanzplan ergänzt werden sollte.

Bei der Erstellung merkt der Firmengründer schon selbst, ob das Konzept wirklich tragfähig ist. Außerdem kann er der Bank und anderen Stellen eine solide Finanzplanung vorlegen. Den Finanzplan erstellt man am besten mit einem geeigneten Tool im Excel-Format, das von den meisten Stellen vorausgesetzt wird. Überhaupt gibt es eine Vielzahl an hilfreichen Software-Tools, die für Neugründer wichtig sein können.

Wer eine eigene Firma gründen möchte, geht grundsätzlich ein Risiko ein. Dass dies nicht zu unterschätzen ist, zeigt die Statistik.

Wer eine eigene Firma gründen möchte, geht grundsätzlich ein Risiko ein. Dass dies nicht zu unterschätzen ist, zeigt die Statistik.(#01)

Eine eigene Firma als Haupt- oder Nebenerwerb gründen?

Wer eine eigene Firma gründen möchte, geht grundsätzlich ein Risiko ein. Dass dies nicht zu unterschätzen ist, zeigt die Statistik. Obwohl die Stimmung für die Existenzgründung allgemein sehr positiv ist und viele Menschen sich mit dem Gedanken befassen, sind die Zahlen der neuen Gewerbeanmeldungen in den letzten Jahren leicht rückläufig.

Wurden 2015 noch rund 707.000 Gewerbe in Deutschland angemeldet, sank die Zahl 2016 auf gut 685.000 und 2017 auf etwa 677.000 Neuanmeldungen. Außerdem werden jedes Jahr über eine halbe Million Gewerbe wieder aufgegeben, wobei auch Übergaben oder Fortzüge inbegriffen sind, die sich anderswo wieder als Anmeldungen niederschlagen. Das Bundeswirtschaftsministerium erstellt regelmäßig ein Faktenbuch, das die Informationen von KfW, Statistischem Bundesamt sowie des Instituts für Mittelstandsforschung zusammenfasst.

Um die Risiken der Selbstständigkeit abzufedern, bevorzugen viele Existenzgründer zunächst das nebenberufliche Modell. Es bietet mehr Flexibilität und erhält die Möglichkeit, weiter in einer bezahlten Festanstellung zu verbleiben.

Wichtig dabei: Je nach Beruf und Arbeitsvertrag muss bei einer Nebentätigkeit gegebenenfalls der Arbeitgeber informiert oder sogar um Erlaubnis gebeten werden.

Oftmals unterschätzt wird der Zeitaufwand, der damit verbunden ist, eine eigene Firma zu gründen. Dies ist im Nebenberuf oft nicht über längere Zeit hinweg zu bewältigen. Außerdem gibt es steuerrechtliche, krankenversicherungs- und arbeitsrechtliche Dinge zu beachten, wenn man sich nebenberuflich selbständig macht. Davon abgesehen spielt es keine Rolle, ob man das Unternehmen haupt- oder nebenberuflich führen möchte. Ein Wechsel ist später übrigens immer noch möglich.

Oftmals unterschätzt wird der Zeitaufwand, der damit verbunden ist, eine eigene Firma zu haben.

Oftmals unterschätzt wird der Zeitaufwand, der damit verbunden ist, eine eigene Firma zu haben.(#02)

Welche Rechtsformen kommen für die eigene Firma infrage?

Wer ein Unternehmen gründen möchte, sollte sich frühzeitig mit der Frage nach der geeigneten Rechtsform befassen. Dies wird oft unterschätzt, weil Kenntnisse im Bereich der Existenzgründung oft fehlen und die fachlichen Qualifikationen im Vordergrund stehen, die für den Erfolg der künftigen Firma benötigt werden. Wählt man jedoch die falschen Rechtsformen, kann das steuerliche und haftungsrechtliche Nachteile mit sich bringen. Pauschale Empfehlungen sind schwierig, weil das immer auch eine individuelle Problematik ist.

Hilfestellung kann ein professioneller Gründerberater geben, der auch Auskunft über Möglichkeiten zur finanziellen Förderung sowie Hilfestellung bei behördlichen Anträgen oder der Erstellung eines Businessplans leisten kann. Es gibt sowohl kommerzielle als auch kostenfreie Gründerberater. Hinsichtlich der Fragen rund um das Finanzamt, Buchführung und Ausprägung der Rechtsform des Unternehmens ist zudem ein Steuerberater zu empfehlen.

Gerade dann, wenn der Existenzgründer selbst keine buchhalterischen Kenntnisse besitzt, kommt man um diese Investition nicht herum. Sie spart allerdings auch häufig Geld durch Ausnutzung von Steuervorteilen.

Nach eingehender Beratung kann man dann aus den folgenden Rechtsformen wählen:

  • Einzelunternehmen (Freiberufler, eingetragene Kaufleute etc.)
  • Betreiber eines Kleingewerbes
  • Personengesellschaft (z. B. GbR, OHG, UG)
  • juristische Personen (Privatrecht), z. B. GmbH oder AG
  • juristische Personen (öffentliches Recht)
  • öffentlich-rechtliche Anstalt

Für die meisten Existenzgründer sind insbesondere die ersten vier Rechtsform-Gruppen von Belang. Bei jeder der einzelnen Gesellschaftsformen gibt es Unterschiede, die berücksichtigt werden müssen. Dies betrifft insbesondere Fragen der Haftung und Steuerpflicht. Da dies unter Umständen auch Auswirkungen auf die persönliche finanzielle Zukunft hat, sollten alle Aspekte sorgfältig beleuchtet sein, bevor man die Entscheidung für eine bestimmte Rechtsform trifft. Abhängig von der gewählten Form ist zudem in vielen (aber nicht allen) Fällen die Gewerbeanmeldung durchzuführen.

Erst dann kann man legal Geschäfte betreiben. Es gibt allerdings auch Ausnahmen, so müssen zum Beispiel Freiberufler unter Umständen nicht unbedingt ein Gewerbe anmelden. Je nach Branche sind außerdem bestimmte Genehmigungen erforderlich, die man bei den zuständigen Stellen einholen muss. Darüber hinaus ist die Rechtsform auch maßgeblich für die Gestaltung von Verträgen mit Kunden und Lieferanten sowie von Allgemeinen Geschäftsbedingungen. All dies sollte beim Unternehmensstart bereits fertig sein, damit man ohne Verzögerung loslegen kann.

Hinsichtlich der Fragen rund um das Finanzamt, Buchführung und Ausprägung der Rechtsform des Unternehmens ist zudem ein Steuerberater zu empfehlen.

Hinsichtlich der Fragen rund um das Finanzamt, Buchführung und Ausprägung der Rechtsform des Unternehmens ist zudem ein Steuerberater zu empfehlen.(#03)

Schützen Sie Ihr geistiges Eigentum, wenn Sie die eigene Firma gründen

Die Firmengründung ist in vielen Fällen mit einer innovativen Idee, einer Erfindung oder sonstigen Schöpfungen des Gründers verbunden. Das können Logo oder Firmenname sein, die sich besonders gut einprägen, aber natürlich auch konkrete Erfindungen, Dienstleistungen oder Ideen, die man nicht von anderen verbreitet sehen möchte. Nach Klärung der Fragen zum Thema Rechtsform und Gewerbeanmeldung sollte als nächstes der Markenschutz kommen.

Finden Sie einen guten Firmennamen bzw. Produktbezeichnungen, lassen Sie prüfen, ob bereits andere Rechte an diesen Marken existieren und schützen Sie die Rechte, falls dies noch möglich ist. Besonders im Internet verstößt man auch selbst schnell gegen Markenschutzrechte Dritter – was man unbedingt vermeiden sollte.

Geschäftskonto einrichten, wenn man die eigene Firma gründet

Wenn Sie eine eigene Firma gründen, müssen Sie ein Geschäftskonto bei einer Bank einrichten. Selbst, wenn dies etwa bei Freiberuflern und Einzelunternehmen nicht unbedingt vorgeschrieben sein mag, sollte es aus steuerlichen und organisatorischen Gründen immer existieren, denn es erleichtert Handhabung und Überblick. Zudem ist es für einige Unternehmensrechtsformen wie Kapitalgesellschaften zwingend notwendig, weil der Notar ohne Einzahlung des Stammkapitals auf das Geschäftskonto keine Eintragung im Handelsregister vornimmt.

Mal eben ein Nebengewerbe anzumelden, erfordert in der Regel keine große Vorbereitung. Wer dies aber überstürzt und ohne Sachkenntnis tut, tappt schnell in steuerliche und andere rechtliche Fallen.

Mal eben ein Nebengewerbe anzumelden, erfordert in der Regel keine große Vorbereitung. Wer dies aber überstürzt und ohne Sachkenntnis tut, tappt schnell in steuerliche und andere rechtliche Fallen. (#04)

Fazit: Vorbereitung ist alles, wenn man die eigene Firma erfolgreich gründen will

Mal eben ein Nebengewerbe anzumelden, erfordert in der Regel keine große Vorbereitung. Wer dies aber überstürzt und ohne Sachkenntnis tut, tappt schnell in steuerliche und andere rechtliche Fallen. Besser ist es, alles von Anfang an gut durchzuplanen. Die Erstellung eines Businessplans sollte Hand in Hand mit der eines Finanzplans gehen. Dies hilft dem Gründer nicht nur bei der eigenen Planung, sondern erleichtert auch die Kommunikation und Verhandlungen mit Investoren, Banken und anderen Beteiligten.

Das Finden der geeigneten Rechtsform ist individuell oft nicht ganz einfach. Wer sich nicht sicher ist, welche Unternehmensform die beste für das Vorhaben ist, sollte die Hilfe von Gründer- und Steuerberatern in Anspruch nehmen. Sie helfen auch bei der Beantragung wichtiger Genehmigungen, die für manche Aktivitäten benötigt werden. Nicht zuletzt sollte ein Augenmerk auf den Markenschutz gerichtet werden – nicht nur zum Schutz eigener Ansprüche, sondern auch um sicherzustellen, dass keine fremden Rechte verletzt werden, was gerade im Internet schnell passieren kann.


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Über Marius Beilhammer

Marius Beilhammer, Jahrgang 1969, studierte Journalismus in Bamberg. Er schreibt bereits viele Jahre für technische Fachmagazine, außerdem als freier Autor zu verschiedensten Markt- und Businessthemen. Als fränkische Frohnatur findet er bei seiner Arbeit stets die Balance zwischen Leichtigkeit und umfassendem Know-how durch seine ausgeprägte Affinität zur Technik.

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