Arbeit in der Schweiz: Auswandern als Chance für Fachkräfte

Eine Arbeit in der Schweiz zu finden, ist für viele Deutsche ein reizvoller Gedanke. Gut ausgebildeten Fachkräften bieten sich in diesem kleinen Nachbarland interessante Perspektiven für die Karriere.

Arbeit in der Schweiz: Voraussetzungen und Möglichkeiten

Die Schweiz ist als Auswanderungsziel bei deutschen Arbeitnehmern sehr beliebt, denn das Land steht für eine hohe Lebensqualität, Sicherheit, ein attraktives Gehalt und eine insgesamt stabile Wirtschaft. Darüber hinaus hat unser Nachbarland auch landschaftlich viel zu bieten und begeistert besonders Fans des Hochgebirges durch die Nähe zu den schönsten Kletter- und Wintersportgebieten Europas.

Die extrem niedrige Arbeitslosigkeit von derzeit 2,4 Prozent und die Tatsache, dass dort eines der höchsten Pro-Kopf-Einkommen weltweit erzielt wird, tragen ebenfalls zur Attraktivität dieses Auswanderungsziels bei. 20 Prozent aller Arbeitnehmer sind Ausländer.

Das Land ist also sehr erfolgreich darin, ausländische Arbeitnehmer in den Arbeitsmarkt zu integrieren. Eine robuste Konjunktur, hohe Gehälter sowie relativ niedrige Steuern und die internationale Ausrichtung vieler Unternehmen sprechen ebenfalls für das Auswandern ins Nachbarland.

Außerdem spielt die geografische Nähe zu Deutschland eine wichtige Rolle bei der Wahl dieses Auswanderungsziels. Wenn man sich entscheidet, eine Arbeit in der Schweiz zu suchen, kann man trotzdem den Kontakt zu Freunden und zur Familie pflegen. Das erleichtert die Entscheidung, einen beruflichen Neuanfang in einem anderen Land zu wagen und Stellenangebote anzunehmen.

Eine Arbeitserlaubnis ist nicht erforderlich, sodass es auch von dieser Seite relativ einfach ist auszuwandern. Es ist somit nicht verwunderlich, dass die Schweiz mit großem Abstand die Nummer Eins für auswanderungswillige Deutsche ist. Im Folgenden wird erläutert, was man beim Umsetzen dieses Plans beachten sollte.

Eine Arbeit in der Schweiz zu finden, ist für viele Deutsche ein reizvoller Gedanke.  (Foto: Shutterstock- Oleg_P)

Eine Arbeit in der Schweiz zu finden, ist für viele Deutsche ein reizvoller Gedanke. (Foto: Shutterstock- Oleg_P)

Arbeit in der Schweiz: Neue Erfahrungen sammeln

Eine Arbeit im Ausland zu suchen, bietet Vorteile für die allgemeine Persönlichkeitsentwicklung und ist deshalb auch für Menschen empfehlenswert, die nicht dauerhaft auswandern, sondern nur einige Jahre ins Ausland gehen möchten, um ihrer Karriere den nötigen Schub zu geben und später ein besseres Gehalt zu realisieren.

Diese positiven Effekte sind möglich:

  • Sprachkenntnisse verbessern
  • neue Arbeitsweisen kennenlernen
  • interkulturellen Austausch erleben
  • Horizont erweitern
  • persönliche Flexibilität verbessern
  • Lebenslauf optimieren

Wer einmal das Abenteuer gewagt hat, im Ausland Berufserfahrungen zu sammeln, verschafft sich damit hervorragende Perspektiven für die weitere Karriere. Die Schweiz bietet sehr gute Optionen und interessante Stellenangebote für Bewerber, die nicht in einem völlig fremden Kulturraum leben möchten und dennoch neue Erfahrungen machen wollen.

Als Grenzgänger Arbeit in der Schweiz suchen

Um bei einer schweizerischen Firma zu arbeiten, muss man nicht unbedingt dorthin übersiedeln. 60.000 Deutsche arbeiten als Grenzgänger im Nachbarland, ohne ihren deutschen Wohnsitz zu verlassen. Die meisten dieser Arbeitnehmer kommen aus den folgenden Landkreisen:

  • Lörrach
  • Konstanz
  • Waldshut

Zielkantone sind Basel Stadt, Basel Land, Aargau, Zürich, Schaffhausen, Thurgau und St. Gallen. Hauptsächlich arbeiten die Grenzgänger im Bereich verarbeitende Industrie, Energieversorgung sowie im Gesundheits- und Sozialwesen. Im Hinblick auf die Berufsgruppen sind vor allem akademische Berufe, Dienstleistungsberufe, Verkäufer und Techniker gefragt.

Gut ausgebildete Fachkräfte haben die besten Chancen, bei Stellenangeboten berücksichtigt zu werden, denn schweizerische Unternehmen schätzen die internationale Ausrichtung ihrer Mitarbeiter, um sich im Globalisierungswettbewerb besser zu behaupten.

Grenzgänger realisieren die Vorteile beider Länder. Sie erhalten ein höheres Gehalt als im deutschen Unternehmen, können aber von den niedrigeren Lebenshaltungskosten ihres Heimatlands profitieren.

Als Grenzgänger zu arbeiten ist außerdem eine gute Möglichkeit, zunächst zu testen, ob die Arbeit und das Leben im Ausland tatsächlich den eigenen Vorstellungen entsprechen. Erst wenn die Erfahrungen positiv sind, erfolgt dann die vollständige Umsiedelung.

60.000 Deutsche arbeiten als Grenzgänger im Nachbarland, ohne ihren deutschen Wohnsitz zu verlassen. (Foto: Shutterstock- Sergey Dzyuba)

60.000 Deutsche arbeiten als Grenzgänger im Nachbarland, ohne ihren deutschen Wohnsitz zu verlassen. (Foto: Shutterstock- Sergey Dzyuba)

Arbeiten in der Schweiz: Schritt für Schritt zur Umsetzung

Das Projekt „beruflicher Neustart im Ausland“ sollte gut geplant und gründlich vorbereitet werden. Bevor man die neue Arbeit antritt, sind einige Fragen zu klären:

  • Wie findet man den passenden Job?
  • Welche Formalitäten sind zu erledigen?
  • Welche Steuern und Lohnnebenkosten sind zu zahlen?

Wie findet man den passenden Job?

Aufgrund einer niedrigen Arbeitslosenquote haben besonders gut ausgebildete Fachkräfte beste Chancen, eine Stelle zu finden und ein hohes Gehalt zu realisieren. Der Nachweis einer hochwertigen Ausbildung ist noch wichtiger als bei deutschen Firmen.

Die Wochenarbeitszeit ist mit durchschnittlich 41,7 Stunden allerdings höher als im EU-Durchschnitt. Die meisten Stellenangebote gibt es innerhalb großer Ballungsgebiete wie beispielsweise Genf, Zürich, Basel und Bern.

Folgende Branchen suchen besonders viele Arbeitskräfte:

  • Maschinenbau
  • Chemische Industrie
  • Dienstleistungssektor
  • Medizin und Pflege
  • Schule (Lehrer)
  • Gastronomie

Jobsuche im Internet

Das Internet bietet die besten Möglichkeiten, nach dem passenden Job zu suchen. Da keine Arbeitserlaubnis erforderlich ist, kann man sich auf jede Stelle bewerben. Es gibt die staatliche und private Arbeitsvermittlung, allgemeine Stellenportale sowie berufs- und branchenspezifische Stellenbörsen. Eine weitere Möglichkeit ist die Entsendung zu einer schweizerischen Filiale eines deutschen Unternehmens.

Private Arbeitsvermittler übernehmen aktiv die Stellensuche für ihre Klienten und suchen gezielt nach Stellen im passenden Bereich. Man sollte sich jedoch im Vorfeld über die Rahmenbedingungen und Modalitäten informieren. Bekannte Arbeitsvermittler sind:

Allgemeine Jobbörsen bieten eine Vielzahl interessanter Stellenangebote und praktische Filterfunktionen, um die geeigneten Jobs zu finden:

Eine gezieltere Suche nach einem passenden Job ist auf den berufs- und branchenspezifischen Jobportalen möglich. Hier werden Fachkräfte gesucht und man hat mit einer entsprechenden Ausbildung auch ohne Kontakte und Referenzen gute Chancen, einen Job zu bekommen und ein attraktives Gehalt zu realisieren.

Bei den meisten Jobportalen kann man ein E-Mail-Abo einrichten, sodass man unverzüglich informiert wird, wenn ein Job ausgeschrieben ist, welcher zum eigenen Profil passt.

Bekannte Jobbörsen dieser Art sind:

Die Suche nach geeigneten Bewerbern ist stark lokal geprägt, sodass Referenzen und Empfehlungen sehr wichtig sind. Außerdem veröffentlichen viele Firmen die Jobangebote auf ihren Websites, um sicherzustellen, dass die Bewerber mit dem Unternehmen vertraut sind. Es lohnt sich somit auch, auf den Homepages großer Unternehmen oder interessanter Firmen in bestimmten Branchen gezielt nach Jobangeboten zu suchen.

Das Internet bietet die besten Möglichkeiten, nach dem passenden Job zu suchen. Da keine Arbeitserlaubnis erforderlich ist, kann man sich auf jede Stelle bewerben. ( Foto: Shutterstock- fizkes)

Das Internet bietet die besten Möglichkeiten, nach dem passenden Job zu suchen. Da keine Arbeitserlaubnis erforderlich ist, kann man sich auf jede Stelle bewerben. ( Foto: Shutterstock- fizkes)

Tipps für die Bewerbung

Hat man interessante Stellenangebote gefunden, gilt es, sich durch eine perfekte Bewerbung von den Mitbewerbern abzugrenzen. Zu diesem Zweck wird eine Bewerbungsmappe erstellt, die neben dem Anschreiben, Motivationsschreiben und Lebenslauf, Zeugnisse, Zertifikate und andere wichtige Dokumente enthält.

Im Hinblick auf die Sprache ist die Schweiz ein wenig speziell, denn neben Deutsch wird in manchen Regionen auch Französisch, Rätoromanisch oder Italienisch gesprochen. Man sollte beachten, die Bewerbung in derselben Sprache zu verfassen wie die Stellenanzeige.

Verhalten im Vorstellungsgespräch

Wer zum Vorstellungsgespräch eingeladen wurde, hat bereits eine große Hürde genommen. Dezentes Verhalten wird meist positiver bewertet als ein allzu extrovertiertes Auftreten. Außerdem ist zu beachten, dass oft nach einer Referenzliste gefragt wird, auf welcher die Kontaktdaten von Personen stehen, bei denen sich künftige Arbeitgeber über die Bewerber erkundigen können. Eine solche Liste mit ehemaligen Arbeitgebern, Ausbildern und Professoren vorzubereiten, ist somit sehr vorteilhaft und wird mit Sicherheit honoriert.

Welche Formalitäten sind zu erledigen?

Deutsche Staatsbürger können aufgrund der EU-Einreisebestimmungen problemlos einen Job im schweizerischen Unternehmen antreten, ohne dafür eine Arbeitserlaubnis zu beantragen. Wenn man den Arbeitsvertrag unterschrieben hat, kann man damit wiederum die Aufenthaltsbewilligung beantragen.

Wer sich als Selbstständiger niederlassen möchte, benötigt einen Nachweis darüber, dass er seinen Lebensunterhalt eigenständig bestreiten kann. Diese Vorgabe gilt auch für Studenten, Arbeitssuchende und Rentner.

Grenzgänger müssen mindestens einmal pro Woche an ihren Hauptwohnsitz in Deutschland zurückkehren. Es wird eine für fünf Jahre gültige Grenzgängerbewilligung ausgestellt, wenn man einen Arbeitsvertrag vorweisen kann. Dieser sogenannte „Grenzgänger Ausweis G“ gilt als Identitätsnachweis.

Es gibt verschiedene Arten der Aufenthaltsbewilligung:

  • Grenzgänger Ausweis G
  • Kurzaufenthalt Ausweis L
  • Aufenthaltsbewilligung Ausweis B
  • Niederlassungsbewilligung Ausweis C

Die Niederlassungsbewilligung Ausweis C kann erst nach fünf Jahren erteilt werden. Dann erhält man ein unbefristetes Aufenthaltsrecht, das nicht an Bedingungen geknüpft werden darf.

Video: Neue Heimat Schweiz | Grüezi Schweiz – Die Einwanderer (1/5) | Doku | SRF DOK

Vorgehensweise beim Auswandern in die Schweiz

Mit dem Personalausweis und Arbeitsvertrag meldet man sich zunächst beim Migrationsamt und dann innerhalb von acht Tagen bei der Wohngemeinde, wo die Niederlassungsgenehmigung erteilt wird. Dafür benötigt man außerdem die Geburtsurkunde, ein Passfoto und den Mitgliedsnachweis einer Krankenkasse.

Nachdem dies erledigt wurde, erhält man einen „Ausländerausweis“, welcher als Identitätsnachweis gilt. Die Aufenthaltsgenehmigung wird meist für ein Jahr erteilt, kann danach jedoch problemlos verlängert werden.

Vor dem Umzug werden alle Gegenstände, die man einführt, beim Zoll angemeldet. Es ist ausreichend, eine Liste zu erstellen und vorzulegen. Auf diese Weise vermeidet man, Abgaben auf die eingeführten Güter zu zahlen. Am einfachsten ist es, wenn man diese Liste direkt beim Packen anfertigt, um sicherzustellen, dass nichts vergessen wird.

Welche Steuern und Lohnnebenkosten sind zu zahlen?

Wie viele Einkommenssteuern bezahlt werden müssen, hängt vom Kanton ab, in dem die Firma ansässig ist. Durchschnittlich fallen zwölf Prozent Steuern auf das Bruttoeinkommen an. Singles müssen mit durchschnittlich 22 Prozent wesentlich höhere Steuern zahlen als Familien. Die Steuern werden jeden Monat direkt vom Einkommen abgezogen. Schweizer Bürger oder dauerhaft in der Schweiz lebende Ausländer zahlen die Steuern jährlich, können aber auch eine Ratenzahlung beantragen.

Es besteht eine Krankenversicherungspflicht. Die Beiträge müssen komplett vom Arbeitnehmer bezahlt werden. Bei einem Einkommen von 6.000 Franken (ungefähr 5.500 Euro) muss man monatlich 300 bis 400 Franken für die Krankenkasse bezahlen. Die Tarife enthalten meist Selbstbehalte, über die man sich vor der Entscheidung für einen Krankenkassentarif informieren sollte.

Video: Rückzüger aus der Schweiz, Deutsche packen ihre Koffer (Grenzgänger Info e.V. im TV)

Lohnt sich die Anstellung im schweizerischen Unternehmen?

Wer Erfahrungen mit einer Arbeit im Ausland sammeln möchte, um seine Karriere voranzubringen und dennoch nicht allzu weit entfernt von der Familie leben will, sollte über eine Umsiedlung ins Nachbarland nachdenken. Man benötigt keine Arbeitserlaubnis und kann dort ein hohes Gehalt realisieren, denn Fachkräfte sind aufgrund des demografischen Wandels sehr gefragt.

Allerdings sind auch die Lebenshaltungskosten höher. Für viele Menschen ist neben der guten wirtschaftlichen Situation die hohe Lebensqualität ein Argument, dass es zu beachten gilt. Wunderschöne Landschaften, eine interessante Kultur und die Sicherheit im öffentlichen Bereich sind Faktoren, die für die Schweiz als Auswanderungsland sprechen. Wenn die eigene Ausbildung in einem Bereich absolviert wurde, der besonders gefragt ist, hat man beste Chancen, in der Schweiz Karriere zu machen.

Über Rebecca Liebig

Rebecca Liebig

Rebecca Liebig ist gerade im achten Monat schwanger. Voller Vorfreude auf ihr Baby genießen sie und ihr Mann die spannende Zeit. Von der ersten Übelkeit bis hin zu den Bewegungen ihres Mädchens halten sie alles fest. Schließlich möchte man sich später ja auch an diese Zeit erinnern. Bei der Planung des Kinderzimmers gehen die Vorstellungen zwar auseinander. In einem sind sich Rebecca und ihr Mann jedoch einig: Die aufregende Zeit wollen sie so richtig genießen. Rebecca plant, drei Jahre mit ihrer Tochter zu Hause zu bleiben. Auch ihr Mann möchte zwei Monate Elternzeit nehmen.

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