Im ADVOCARD-Streitatlas, basierend auf 1,7 Millionen ausgewerteten Verkehrsrechtsfällen, führen Cloppenburg, Limburg-Weilburg und Wiesbaden die Liste der streitfreudigsten Landkreise an. Auf Bundeslandebene stehen Nordrhein-Westfalen, Brandenburg und das Saarland an der Spitze mit den meisten Streitfällen, während Bayern als entspanntestes Bundesland gilt. Das digitale Kartentool stellt Juristen und Rechtsschutzexperten detaillierte Daten zur Verfügung und unterstützt bei der regionalen Risikobewertung sowie einer zielgerichteten Mandantenberatung im Verkehrsrecht.
Inhaltsverzeichnis: Das erwartet Sie in diesem Artikel
Verkehrsstreitigkeiten wachsen aufgrund dichter Netze und erhöhtem Tempo deutlich
Verkehrsteilnehmer sowohl in Großstädten als auch auf Landstraßen sehen sich täglichen Konflikten gegenüber, die von Geschwindigkeitsüberschreitungen bis hin zu leichten Blechschäden reichen. Die ADVOCARD-Studie „Deutschlands großer Streitatlas“ wurde bereits zum dritten Mal veröffentlicht und stützt sich auf die Analyse von 1,7 Millionen Streitfällen. In zwei Jahren ist die Zahl juristischer Auseinandersetzungen um 28 Prozent gestiegen. Vorstandssprecher Peter Stahl betont, dass Enge im Straßennetz, hohes Tempo können.
Olpe taucht in Top Ten der streitlustigen Landkreise auf
In der jüngsten Kreisübersicht belegt Cloppenburg in Niedersachsen mit 12,3 Streitfällen je 100 Einwohner den ersten Platz. Es folgen Limburg-Weilburg (10,6) und Wiesbaden (10,5) an zweiter und dritter Stelle. Die Kennzeichen CLP („Chronisch Links Positioniert“) und WI („Wilder Idiot“) reflektieren die emotionale Intensität. Ebenfalls unter den zehn streitfreudigsten Kreisen liegen Olpe und Leverkusen in NRW mit OE („Ohne Erbarmen“) bzw. LEV („Leider Etwas Verpeilt“).
Saarland belegt dritten Platz mit 7,8 Streitfällen pro hundert
Der Länderindex zeigt Nordrhein-Westfalen und Brandenburg mit jeweils 8,0 Streitfällen pro hundert Einwohner an der Spitze. Wesentliche Ursachen sind das dichte Verkehrsaufkommen auf der A40 und breite Pendlerströme um Berlin und Potsdam. Etwas abgeschlagen belegt das Saarland mit 7,8 Konfliktfällen pro hundert Einwohner Platz drei. Berlin liegt mit 7,7 Streitfällen knapp dahinter und profitiert von vielfältigen alternativen Mobilitätsangeboten, die den innerstädtischen Verkehr spürbar beruhigen.
Autokaufmängel, Fahrerflucht und Rotlichtverstöße ergänzen die Unfall- und Tempo-Streitstatistik
Im untersuchten Zeitraum nehmen Verkehrsunfälle mit einem Anteil von 36,7 Streitfällen je hundert Konflikte den Spitzenplatz bei gerichtlich verhandelten Verkehrsstreitigkeiten ein. Dahinter stehen Geschwindigkeitsübertretungen mit 32,7 Prozent aller Fälle. Anschließend folgen Mängel beim Fahrzeugkauf mit 16,3 sowie Fahrerflucht-Fälle mit vier und Rotlichtverstöße mit 2,7 Prozent. Dieses Gefüge veranschaulicht, wie mehrheitlich materielle Schadensforderungen und Bußgeldthemen den Großteil zivil- und verwaltungsrechtlicher Auseinandersetzungen ausmachen.
Freyung-Grafenau folgt Tirschenreuth mit 3,5 Streitfällen pro Hundert Einwohner
Eine Analyse zeigt, dass Bayern mit nur 5,7 Streitfällen pro 100 Einwohner die gelassenste Verkehrskultur aufweist. In den zehn Landkreisen mit der niedrigsten Streitquote befinden sich neun in Bayern, angeführt von Tirschenreuth (2,8) und gefolgt von Freyung-Grafenau (3,5). Die ländlich geprägten Regionen wirken mit geringen Verkehrsdichten und ruhigen Landstraßen beruhigend auf das Fahrverhalten, sodass weniger Unfälle und Bußgeldverfahren entstehen.
Juristen erhalten mit interaktivem Streitatlas wertvolle regionale Risikodaten kostenlos
Über die interaktive Karte auf advocard.de/streitlotse/deutschlands-grosser-streitatlas können sämtliche Datensätze kostenfrei in Kanzlei- oder Versicherungsportale eingebunden werden. Juristen und Schutzversicherer erhalten dadurch wertvolle regionale Einblicke, die eine exakte Einschätzung von Verkehrsrisiken sowie eine gezielte Mandantenansprache ermöglichen. Als praxisorientiertes Instrument eignet sich der Streitatlas für preventive Rechtsberatung und liefert eine fundierte, datenbasierte Argumentationshilfe im Verfahren. Dank des offenen Zugriffs auf differenzierte Statistiken wird die Mandantenkommunikation nachhaltig gestärkt.
Deutschlands großer Streitatlas analysiert Verkehrsstreitigkeiten mit umfassendem datenbasiertem Ansatz
Die ADVOCARD-Studie „Deutschlands großer Streitatlas“ dokumentiert 1,7 Millionen Verkehrsstreitfälle und gewährt einen tiefgehenden Blick auf regionale Konfliktmuster. Sie ermittelt die streitlustigsten Landkreise, analysiert Ursachen wie Geschwindigkeitsüberschreitungen und Unfallschäden und stellt Bundesländervergleiche bereit. Die datenbasierte Untersuchung fördert die Entwicklung präventiver Rechtsstrategien und optimiert das Risikomanagement für Rechtsschutzversicherer. Ergänzt wird sie durch eine interaktive Karte, die Juristen bei Mandantenberatung und Öffentlichkeitsarbeit unterstützt und regionale Hotspots anschaulich visualisiert.

